Fettabscheider kaufen: Funktion, Kosten & mobile Anlagen

Autor: Johannes Partz / ✅ Aktualisiert am: 07.01.2026 / Startseite » Fettabscheider kaufen: Funktion, Kosten & mobile Anlagen

Fettabscheider Angebote erhalten

Sind Fette oder Öle im Abwasser, ist ein Fettabscheider meist Pflicht. Er arbeitet zuverlässig nach dem Schwerkraftprinzip und schont die nachfolgenden Abwasseranlagen. Zum Einsatz kommt die Technik üblicherweise in der Gastronomie. Aber auch Großküchen und Lebensmittelverarbeiter sind typische Nutzer der Abscheidetechnik. Möchten Sie einen Fettabscheider kaufen, finden Sie in den folgenden Abschnitten die wichtigsten Informationen zu Funktion, Auswahl und Kosten.

Für die Gastronomier einen Fettabscheider kaufen

Themen im Überblick

Was ist ein Fettabscheider und wo kommt er zum Einsatz?

Fettabscheideranlagen trennen Fette, Öle und andere Feststoffe. Sie schonen die Kanalisation und verhindern das Entstehen von Verstopfungen, Schäden oder Umweltproblemen. Zu Letzteren könnte es kommen, wenn die abgeschiedenen Stoffe ungehindert über die Abwasserleitungen abfließen würden. Wichtig zu wissen ist, dass die Installation der Technik in vielen Bereichen Vorschrift ist. So zum Beispiel in der Gastronomie, in Großküchen oder in lebensmittelverarbeitenden Betrieben.

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Einsatz überall dort, wo Fette, Öle oder Feststoffe im Abwasser sind

Einen Fettabscheider müssen Sie immer dann kaufen, wenn sich Fette oder Feststoffe im Abwasser befinden. Der Fall ist das in der Regel in Restaurants, Hotels, Imbissen oder in Kantinen. Aber auch Krankenhäuser, Metzgereien, Bäcker, Großküchen und sogar Industriebetriebe müssen einen Fettabscheider kaufen, wenn die Zusammensetzung des Abwassers dies erfordert.

Einfach erklärt: Die Funktionsweise der Fettabscheider

Fettabscheideranlagen bestehen aus großen Kammern, durch die Abwässer aus verschiedenen Bereichen fließen. Durch die niedrige Strömungsgeschwindigkeit steigen Fette in der Anlage nach oben, wohingegen Schmutzstoffe nach unten absinken. In der Mitte bleibt ein Bereich mit „reinem“ Abwasser, das in die Kanalisation abfließt. Die folgende Skizze zeigt den Aufbau eines Fettabscheiders.

Aufbau Fettabscheider, erklärt anhand einer Skizze

Wichtig zu wissen:

Entscheidend für Betriebssicherheit, Geruchsfreiheit und normgerechten Betrieb ist die korrekte Be- und Entlüftung. Nötig ist es dabei, separate Lüftungsleitungen über Dach zu führen, damit sich Gase, Gerüche und Druckschwankungen sicher abführen lassen. Belüftungsventile (z. B. Unterdruckventile) sind hingegen unzulässig, da sie Fettgerüche nicht abführen und zu Funktionsstörungen führen können.

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Gesetzliche Anforderungen: Ab wann braucht man einen Fettabscheider? 

In Deutschland ist es häufig Pflicht, eine Fettabscheideranlage einzusetzen. Und zwar immer dann, wenn sich regelmäßig Fette im Abwasser befinden. Grundlagen dazu finden sich unter anderem in der DIN EN 1825, der DIN 4040-100 sowie in kommunalen Abwassersatzungen.

Achtung:

Wer fetthaltige Abwässer in die Kanalisation einleitet und keinen Fettabscheider verwendet, riskiert hohe Bußgelder. Gleiches gilt auch dann, wenn die Technik zwar vorhanden, über längere Zeiträume hinweg aber nicht funktionstüchtig ist.

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Behörden verlangen Nachweise zu Auslegung, Betrieb und Wartung

In vielen Fällen verlangen Behörden auch Nachweise, welche die ordnungsgemäße Auslegung belegen. Sie dokumentieren außerdem einen fachgerechten Betrieb inklusive Wartung und Entsorgung der aufgefangenen Reststoffe. Zu den wichtigsten Nachweisen gehören dabei:

  • Prüf- und Abnahmeprotokolle: Hier geht es um die Dokumentation der normgerechten Auslegung nach DIN EN 1825 und die ggf. behördlich geforderte Abnahme nach dem Einbau der Technik.
  • Betriebstagebuch und Wartung: Auch den ordnungsgemäßen Betrieb und die regelmäßig durchgeführte Wartung sollten Sie nachweisen können. Im Betriebstagebuch dokumentieren Sie dabei unter anderem, wann die Anlage entleert, gereinigt oder gewartet wurde. Wartungsprotokolle informieren darüber hinaus über die durchgeführten Arbeiten.
  • Entsorgungsnachweise: Die aufgefangenen Reststoffe dürfen Sie nicht einfach in die Umwelt einleiten. Denn dabei handelt es sich um Abfall, den zugelassene Fachfirmen abpumpen, abholen und der fachgerechten Entsorgung zuführen. Um das nachweisen zu können, bekommen Sie bei jeder Entleerung einen Entsorgungsnachweis.

Wichtig ist es, alle hier aufgeführten Dokumente in einem Anlagenbuch zu sammeln. Auf diese Weise stellen Sie einen fachgerechten Betrieb sicher und können das auch zu jeder Zeit nachweisen.

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Unser Tipp:

Verlassen Sie sich bei der Wartung nicht nur auf Fachfirmen. Kontrollieren Sie die Anlage in regelmäßigen Abständen auch selbst. Monatliche Sicht- und Funktionsprüfungen sind Pflicht und genügen bereits, um mögliche Störungen oder Schäden frühzeitig zu erkennen.

Welche Arten von Fettabscheidern stehen zur Auswahl?

Müssen Sie einen Fettabscheider kaufen, stehen verschiedene Arten der Technik zur Auswahl. So gibt es frei aufgestellte, im Gebäude verbaute sowie unterirdische Abscheider. Um Wartungszeiten, Bauarbeiten oder Störungen ohne Ausfälle im Betrieb zu überbrücken, stehen außerdem auch mobile Fettabscheider zur Auswahl.

Art/AufstellortMerkmaleEinsatzbereicheNenngröße (NS)
Freiaufgestellter Fettabscheider (Innenaufstellung)Kälte: 4/10 °C / Wärme: k. A.Kälte: 4/10 °C / Wärme: k. A.NS 1–4 (teilweise bis NS 7)
Erdverbaute Fettabscheider (Außenaufstellung)Kälte: 4/10 °C / Wärme: 85/65 °CKälte: 12/6 °C / Wärme: 60/80 °CNS 4–50+
Mobile FettabscheiderKälte: 4/10 °C / Wärme: 90/70 °CKälte: 12/6 °C / Wärme: 60/80 °CNS 0,5–2

Geht es um kleinere Einsatzbereiche, kommen in der Regel frei aufgestellte Fettabscheider zum Einsatz. Diese lassen sich einfach installieren und eignen sich für die Nenngröße 1 bis 4 (teilweise auch bis 7). Wollen Sie Platz sparen oder größere Abwassermengen hindurchleiten, können Sie eine unterirdisch verbaute Fettabscheideranlage kaufen. Denn diese gibt es bis Nenngröße 50 und darüber hinaus. Für mobile und temporäre Einsätze eignen sich hingegen mobile Fettabscheider. Diese gibt es meist in der Nenngröße 0,5 bis 2.

Typische Nenngrößen bei Fettabscheider

Die Nenngröße:

Die Nenngröße (kurz NS) der Fettabscheider beschreibt, wie viel Abwasser die Anlagen verarbeiten kann. Die Kennzahl entspricht dabei in etwa der Abwassermenge in Litern pro Sekunde. Das heißt: Je größer die Anlage und je mehr fetthaltiges Abwasser anfällt, umso größer muss auch der Abscheider sein. Hier einige Beispiele:

Nenngröße (NS)Abwassermenge (ca.)Einsatzbeispiel
NS 1ca. 1 l/sKleiner Imbiss, Café, sehr kleine Küche
NS 2ca. 2 l/sBistro, Foodtruck, kleine Restaurantküche
NS 3ca. 3 l/sRestaurant mit ~40–60 Essen/Tag
NS 4ca. 4 l/sMittelgroßes Restaurant, Kantine
NS 5ca. 5 l/sHotelküche, Betriebskantine
NS 6ca. 6 l/sGroßküche, Schul- oder Krankenhausküche
NS 7ca. 7 l/sGroße Kantine mit mehreren Spülplätzen
NS 8ca. 8 l/sIndustrieküche, Cateringbetrieb
NS 9ca. 9 l/sZentrale Versorgungsküche
NS 10ca. 10 l/sSehr große Großküche / Industrie

Bei den Werten in der Tabelle handelt es sich um typische Vergleichsbeispiele. Wichtig ist immer eine fachgerechte Auslegung. Abhängig von dieser kann es auch sein, dass Sie einen größeren oder einen kleineren Fettabscheider kaufen müssen. Entscheidend sind dabei die individuellen Gegebenheiten.

Verschiedene Materialien und ihre Unterschiede

Unterscheiden lassen sich Fettabscheider auch nach ihrem Material. Typisch sind dabei Anlagen aus Edelstahl, Kunststoff oder Beton.

  • Edelstahl-Fettabscheider stellen die hygienischste Variante dar. Sie sind leicht zu reinigen sowie langlebig und meist frei aufstellbar. Zum Einsatz kommen sie in der Gastronomie, in Hotels, in Großküchen und teilweise auch in der Industrie. Im Vergleich zu anderen freiaufstellbaren Abscheidern sind Edelstahl-Anlagen in der Anschaffung häufig am teuersten.
  • Kunststoff-Fettabscheider sind hingegen leicht, korrosionsbeständig und kostengünstig. Sie eignen sich vor allem zur freien Aufstellung im Gebäude und kommen häufig in kleinen Restaurants, Imbissen, Cafés, Foodtrucks sowie bei Nachrüstungen zum Einsatz.
  • Beton-Fettabscheider zeichnen sich durch eine sehr hohe Belastbarkeit aus. Sie sitzen in der Regel unter der Erde und halten dort sehr lange. Zum Einsatz kommen die Anlagen üblicherweise bei größeren Abwassermengen – etwa bei Großküchen, Kantinen, Hotels sowie Industriebetrieben. Zu finden sind sie in der Regel unter der Erde.

Welchen Fettabscheider Sie kaufen sollten, hängt von der individuellen Auslegung ab. Entscheidend sind dabei Einflussfaktoren, wie Abwasseranfall, Platz und Einbaulage.

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Dimensionierung: Wie lege ich einen Fettabscheider aus?

In welcher Größe Sie einen Fettabscheider kaufen müssen, hängt vom Abwasseranfall ab. Grundlagen der Dimensionierung finden sich dabei in der DIN 1825, in kommunalen Abwassersatzungen sowie in den Vorgaben der regionalen Wasserbehörden. Wichtig ist dabei immer, dass die Nenngröße in etwa dem Abfall an Abwasser in Litern pro Sekunde entspricht. Die folgende Übersicht zeigt, wie Sie bei der Dimensionierung richtig vorgehen.

Im ersten Schritt geht es darum, alle Quellen fettiger Abwässer zusammenzustellen. Dazu gehören in der Regel Spülplätze, Spülmaschinen, Kochgeräte sowie Bodengullys. Handelt es sich um einen Industriebetrieb, kommen Abwasser spendende Maschinen hinzu. 

Steht fest, wo das fetthaltige Abwasser herkommt, geht es darum, die Menge zu ermitteln. Möglich ist das, in dem Sie die Anzahl an Mahlzeiten und die Art der Speisen (fettreich/fettarm) bestimmen. Sind industrielle Anlagen vorhanden, geben Produktdatenblätter Auskunft über die Menge des zu behandelnden Abwassers.

Wie viel Abwasser pro Sekunde anfällt, hängt aber nicht nur davon ab, wie viele Abwasserpunkte vorhanden sind. Eine große Rolle spielt auch die Gleichzeitigkeit – denn oft sind nicht alle Anlagen und Maschinen zur gleichen Zeit in Betrieb. Berücksichtigen Sie die Gleichzeitigkeit realistisch, führt das in der Regel zu geringen Abwassermengen. Sie müssen einen kleineren Fettabscheider kaufen und sparen Kosten bei Anschaffung und Betrieb.

Abschließend berechnen Sie die Nenngröße des Fettabscheiders nach Norm. Möglich ist das mit der Gleichung:

  • NS = Qs × fd × fr × ft

Qs entspricht dabei der zuvor ermittelten gleichzeitig anfallenden Abwassermenge. fd ist ein normativ vorgegebener Dichtefaktor für die Art der Fette (meist 1,0) und fr berücksichtigt das Vorhandensein von Reinigungsmitteln (meist 1,0 bis 1,3, je nach Reiniger). Mit dem Faktor ft lässt sich außerdem die Temperatur des fetthaltigen Abwassers berücksichtigen. Er liegt bei Wasser mit mehr als 60 °C üblicherweise bei 1,0 bis 1,5. Im Ergebnis steht die Nenngröße. Ratsam ist es dabei immer, die nächstgrößere Fettabscheideranlage zu kaufen, um auch einen Puffer zu behalten.

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Wichtig:

Die exakten Faktoren sind in der Norm vorgegeben und Kommunen oder Wasserbetriebe können zusätzliche Sicherheitszuschläge verlangen. Um all das korrekt zu berücksichtigen, sollten Fachleute die Berechnung durchführen. Unterstützung bekommen Sie dabei von Fachplanern, Fachbetrieben sowie von Anbietern der Fettabscheider

Abwasser trennen und Kosten der Abscheidung sparen

Da die Kosten der Fettabscheider mit der Nenngröße zunehmen, lohnt es sich, Abwasser zu sparen. Möglich ist das durch eine Trennung der Abwasserwege. Sofern es technisch möglich ist, sollten Sie nur fetthaltige Abwässer durch den Abscheider leiten. Während das bei Neubauten in der Regel hervorragend funktioniert, kann es bei Sanierungen eine echte Herausforderung darstellen. In der Regel ist dieses Vorgehen auch Pflicht, um die örtlichen Auflagen zu erfüllen und den Abscheider nicht zu überlasten.

Wichtige Tipps zur richtigen Auslegung der Fettabscheider

Die nach DIN EN 1825 ermittelte Nenngröße gilt für den Bedarf in der aktuellen Situation. Denken Sie aber auch an Spitzenlasten und mögliche Erweiterungen Ihres Betriebes. Wählen Sie daher lieber einen etwas größeren Abscheider, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein und Kosten für Nachrüstarbeiten zu sparen. Ratsam ist es außerdem, die zuständigen Behörden früh in die Planungsphase einzubeziehen und auf die Unterstützung von Fachpartnern zu setzen. Beides gewährleistet eine fachgerechte Umsetzung und beugt bösen Überraschungen vor.

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Wie erfolgt der Einbau der Abscheider in einem Gebäude?

Der Einbau der Fettabscheider erfolgt durch einen zertifizierten Fachbetrieb. Dieser prüft zunächst die Auslegung und den geplanten Einbauort. Er installiert die Technik, schließt die Abwasserleitungen an und baut das gewünschte Zubehör ein. Im nächsten Schritt stellen Experten die fachgerechte Be- und Entlüftung sicher. Sie befüllen die Anlage mit Wasser, prüfen die Dichtheit und nehmen die Anlage in Betrieb. Sind alle Arbeiten erledigt, werden Sie in die Anlage eingewiesen. Außerdem erfolgt in einigen Fällen auch eine Abnahme des Fettabscheiders durch die zuständige Behörde.

Zubehör für größere Funktionalität und mehr Sicherheit

Abhängig von den individuellen Voraussetzungen können Sie Ihren neuen Fettabscheider um einige Produkte ergänzen. Üblich sind etwa Schlammfang und Probenahmeeinrichtung. Während letztere die Kontrolle des Abwassers ermöglicht, schützt ein Schlammfang den Fettabscheider vor Verschleiß und Verstopfen. Dazu bestehen die Bauteile aus großen Behältern, in denen Feststoffe wie Speisereste oder Ähnliches zu Boden sinken. Schlammfänge sind in der Regel vorgeschrieben und nötig, wenn es um Abwässer aus Gastronomien, Großküchen und anderen Betrieben mit vielen Speiseresten im Abwasser geht.

Nützlich ist zudem das folgende Zubehör:

  • Automatische Fettentnahme: Durch die automatische Fettentnahme müssen Sie die abgeschiedenen Stoffe nicht selbst austragen. Sinnvoll ist das bei Anlagen, in denen sehr viel Fett anfällt. Die Lösung sorgt dabei für geringere laufende Kosten und einen zuverlässigeren Betrieb.
  • Warn- und Alarmsysteme: Bei schwer zugänglichen Anlagen, innen aufgestellten Fettabscheidern sowie Anlagen mit automatischer Fettentnahme lohnt sich auch die Installation von Warn- und Alarmsystemen. Diese informieren über den aktuellen Füllstand und schlagen Alarm, sollte es zu einem Überlaufen kommen.

Fettabscheider mit Hebeanlage für Keller und untere Geschosse

Liegt der Ablauf unter der Rückstauebene (Höhe des Gullys auf der Straße) oder ist das Einleiten mit freiem Gefälle nicht möglich, ist auch eine Hebeanlage für den Fettabscheider erforderlich. Diese sammelt das weitestgehend fettfreie Abwasser und pumpt es nach oben. Auf diese Weise lässt sich das Wasser sicher aus dem Haus führen. Größe und Leistung der Hebeanlage sind dabei an die Leistung der Abscheider anzupassen, um eine sichere Abwasserführung zu gewährleisten.

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Was ist bei Wartung, Entsorgung und Betrieb zu beachten?

Für eine zuverlässige Funktion des Fettabscheiders kommt es auf die regelmäßige Wartung an. Neben der monatlichen Eigenkontrolle nehmen Sachkundige die ganze Anlage dabei einmal im Jahr genau unter die Lupe. In Abständen von zwei bis vier Wochen erfolgt üblicherweise die notwendige Entleerung. Dabei pumpen Spezialbetriebe das Fett ab. Sie reinigen den Abscheider und füllen ihn erneut mit Wasser.

Wichtig:

Lassen Sie sich alle Arbeiten dokumentieren. Heben Sie die Nachweise auf und sammeln Sie diese im Anlagenbuch. Auf diese Weise sind Sie auf der sicheren Seite, wenn es doch einmal zu einer Kontrolle durch die Behörde kommt. Ratsam ist es außerdem, einen Wartungsvertrag für den Fettabscheider abzuschließen. Dieser bindet Fachfirmen mehrere Jahre an Ihre Anlage und ist in der Regel mit hohen Rabatten verbunden. Ein guter Tipp also, um die laufenden Kosten der Fettabscheider zu senken.

Anschaffung und Betrieb: Wie viel kostet ein Fettabscheider?

Wenn Sie einen Fettabscheider kaufen, fallen sowohl bei der Anschaffung als auch im laufenden Betrieb Kosten an. Erstere hängen vor allem von der Bauart, der Einbaulage und der Baugröße ab – die folgende Tabelle gibt einen Überblick:

AufstellartGröße / Nenngröße (Orientierung)Richtpreis (Anschaffung)Typische Einsatzbereiche
Freiaufstellbar (Innenaufstellung)Kleine Anlagen (NS 1–2)ca. 1.200 € – 2.500 €kleine Restaurants, Imbisse, Cafés 
Mittlere Anlagen (NS 3–4)ca. 2.500 € – 5.000 €mittelgroße Gastronomie, Kantinen 
Größere Anlagen (NS 7–10)ca. 5.000 € – 18.000 €+große Küchen, Hotels, Großbetriebe 
Erdverbaubar (Außenanlage)Kleinere erdverbaute Anlagen (NS 2–4)ca. 2.000 € – 4.000 €Gastronomie, Betriebs-Kantinen 
Mittlere erdverbaute Anlagen (NS 4–7)ca. 3.000 € – 7.000 €Hotels, Großküchen, große Gastronomie 
Große erdverbaute Anlagen (NS 10+)ca. 7.000 € – 30.000 €+ (inkl. Technik/Einbau)Großküchen, Industrieanlage mit hohem Abwasseraufkommen 
Mobil (Transportabel / Event)Kleine mobile Geräte (z. B. ≈100–200 l)ca. 700 € – 1.500 €Foodtrucks, Events, Catering 
Mobile Profi-Geräteca. ~1.000 € – 2.000 €mobile Großküchen, Veranstaltungs-Catering  

Wichtig zu wissen: Die Angaben in der Tabelle verstehen sich als Richtwerte. Abhängig von den örtlichen Gegebenheiten können die Fettabscheider-Kosten dabei auch höher oder niedriger ausfallen. Verbindliche Informationen liefert nur ein individuell kalkuliertes Angebot.

Kosten der Fettabscheider im laufenden Betrieb der Anlage

Im laufenden Betrieb fallen Kosten durch das Entleeren, Reinigen und Warten an. Wie hoch die Ausgaben sind, hängt dabei jedoch von der Anlagengröße sowie der Abwassermenge ab. Ausschlaggebend für die Kosten der Entleerung ist dabei in der Regel die kommunale Gebührenordnung. Für einen ersten Überschlag können Sie hier mit 75 bis 150 Euro pro 1.000 Liter rechnen. Die Wartungskosten liegen bei 250 bis 1.000 Euro und hängen ebenfalls sehr stark von der Anlagengröße ab. Anders als die Ausgaben für die Entleerung fallen die Kosten der Fettabscheider-Wartung üblicherweise jährlich an.

Fettabscheider kaufen: Checkliste mit den wichtigsten Tipps

Müssen Sie einen Fettabscheider kaufen? Wenn das der Fall ist oder Sie noch unsicher sind, hilft die folgende Checkliste bei der Entscheidung sowie bei der Planung der Anlage.

Punkt 1 – Einsatzbereich: Klären Sie, in welchem Betrieb der Fettabscheider eingesetzt wird (z. B. Restaurant, Großküche, Lebensmittelverarbeitung oder mobil).

Punkt 2 – Gesetzliche Pflicht: Prüfen Sie, ob nach DIN EN 1825 und der kommunalen Abwassersatzung ein Fettabscheider vorgeschrieben ist.

Punkt 3 – Richtige Nenngröße (NS): Lassen Sie die Nenngröße fachgerecht berechnen, damit der Abscheider weder zu klein noch unnötig groß dimensioniert ist.

Punkt 4 – Aufstellort: Entscheiden Sie, ob ein freiaufgestellter, erdverbaubarer oder mobiler Fettabscheider am besten zu den örtlichen Gegebenheiten passt.

Punkt 5 – Materialwahl: Wählen Sie zwischen Edelstahl, Kunststoff oder Beton – abhängig von Hygieneanforderungen, Belastung und Budget.

Punkt 6 – Zubehör & Technik: Prüfen Sie, ob Schlammfang, automatische Fettentnahme oder Warn- und Alarmsysteme sinnvoll oder vorgeschrieben sind.

Punkt 7 – Einbau & Nachrüstung: Stellen Sie sicher, dass Einbau, Zugänglichkeit und Entsorgung fachgerecht und betrieblich machbar sind.

Punkt 8 – Wartung & Entsorgung: Berücksichtigen Sie die laufenden Kosten und Intervalle für Entleerung, Reinigung und Wartung.

Punkt 9 – Dokumentation & Nachweise: Planen Sie die Führung eines Anlagenbuchs mit Wartungs-, Prüf- und Entsorgungsnachweisen ein.

Punkt 10 – Kosten & Wirtschaftlichkeit: Vergleichen Sie nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch die langfristigen Betriebskosten.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Fettabscheider

Wann ist ein Fettabscheider Pflicht?

Ein Fettabscheider ist in der Regel verpflichtend, sobald regelmäßig fetthaltiges Abwasser anfällt – z. B. in Restaurants, Hotels, Kantinen, Großküchen oder Lebensmittelbetrieben. Grundlage sind u. a. die DIN EN 1825 und die kommunalen Abwassersatzungen.

Wie funktioniert ein Fettabscheider (einfach erklärt)?

Ein Fettabscheider arbeitet nach dem Schwerkraftprinzip: Fette und Öle steigen nach oben, Feststoffe sinken ab, und das vorgereinigte Wasser fließt weiter in die Kanalisation. So werden Leitungen und Kläranlagen vor Ablagerungen und Schäden geschützt.

Was bedeutet die Nenngröße (NS) und warum ist sie so wichtig?

Die Nenngröße (NS) beschreibt vereinfacht, wie viel Abwasser der Abscheider pro Sekunde verarbeiten kann (ungefähr in l/s). Eine korrekte NS ist entscheidend, damit die Anlage genehmigungsfähig ist und im Betrieb zuverlässig funktioniert.

Welche Arten von Fettabscheidern gibt es – und welche passt zu mir?

Man unterscheidet hauptsächlich freiaufgestellte (Innenaufstellung), erdverbaute (Außenaufstellung) und mobile Fettabscheider. Freiaufgestellte Anlagen eignen sich meist für kleinere bis mittlere Küchen, erdverbaute für größere Abwassermengen und mobile für temporäre Einsätze (z. B. Events, Umbauten, Wartungsphasen).

Welche Nachweise müssen Betreiber vorhalten?

Häufig verlangt die Behörde Nachweise zur Auslegung/Abnahme, zum Betrieb (Betriebstagebuch) sowie zur Wartung und Entsorgung (z. B. Entsorgungsnachweise). Am besten wird alles im Anlagenbuch gesammelt aufbewahrt.

Wie oft muss ein Fettabscheider entleert und gewartet werden?

Üblich ist eine Entleerung und Reinigung alle 2–4 Wochen (abhängig von Nutzung und Fettanfall). Zusätzlich erfolgt meist eine jährliche Fachwartung, damit die Anlage dauerhaft funktionsfähig und regelkonform bleibt.

Mit welchen Kosten muss man rechnen (Kauf & Betrieb)?

Bei der Anschaffung liegen Richtwerte je nach Bauart und Größe grob zwischen 700 € (mobil) bis 30.000 €+ (große erdverbaute Anlagen). Im Betrieb entstehen laufende Kosten u. a. durch Entleerung/Reinigung (oft nach Menge) sowie jährliche Wartung – ein Wartungsvertrag kann die Planung und Kostenkontrolle erleichtern.

Autor: Johannes Partz

Johannes ist hier Geschäftsführer. In der Energiebranche ist er seit 2013. Er war in verschiedenen Positionen in Technik und Vertrieb bei Energieversorgern tätig. Seine technische Expertise hat er aus den 3 Jahren als Geschäftsführer bei der Hampel GmbH - einem Gebäudetechnik Unternehmen mit Fokus auf Heizungstechnik, Sanitär, Lüftung und Klima.

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